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Gerhard Kulig aus Regensburg

Thursday, 08-04-10 13:24

Ich habe die Ausstellung mit unserem Bezirksvorstand Oberpfalz SPD-Arbeitsgemeinschaft 60plus besucht und wir wurden dabei auch noch sachkundig und informativ engagiert von Judith Hoehne durch die Ausstellung geführt. Wunderbar!
Für uns Ältere in der SPD bleibt diese Ausstellung nachhaltig in Erinnerung und so mancher von uns kann sich an die Zeit noch erinnern. Kaum aber hat von uns einer das Thema "Zwangsarbeit" aber so wirklich wahrgenommen - auch damals zu Hause in der Familie nicht, obwohl dies oft in unmittelbarer Nähe geschah. Erst jetzt haben wir dies so richtig registriert und sind deutlicher denn je mit der festen Überzeugung nach Hause gegangen, niemals wieder. Und auch mit der ganz klaren Meinung, diesen Verbrechern kein Pardon. Da kann es keine Ehrenmänner und keine Abgeltung des Geschehenen geben. Dies sollten Kommunalpolitiker eigentlich als selbstverständlich wissen müssen. So gibt es auch keinen Ehrenmann Flick. Übrigens habe ich mir sagen lassen im Ruhrgebiet gibt es keine Flickstraße und kein Flickstadion mehr. Nehmt euch mal ein Beispiel!

 

Hermann Heimann aus Maxhütte-Haidhof

Wednesday, 07-04-10 12:18

FRIEDRICH-FLICK-STRASSE
Ehrerweisung eines Kriegsverbrechers?
Stadträte in Maxhütte-Haidhof wacht auf!

 

Dietmar Cramer aus Bruchsal

Tuesday, 30-03-10 12:01

Danke für den Artikel von Willi Rester und auch Bezeichnung "Adenauerregime" hat mir gefallen. Es ist eine dunkle Geschichte der westdeutschen Nachkriegszeit, die sich bis in die Berufsverbote der 1980er hinzieht. Zehntausende sind hier kriminalisiert und in ihren Existenzen bedroht worden. Bei der Verurteilung von DDR-Vergehen hat man alle Hebel in Bewegung gesetzt und Akten geöffnet, die im Westen noch immer gesperrt sind.
Zur Ausstellung: Ich war schon bei der Eröffnung und auch bei der Podiumsdiskussion dabei. Die Tatsache, dass Flick sich nie zu seinen Verbrechen bekannt hat, trotzdem aber immer noch als Wohltäter gefeiert wird, konnte nicht länger ohne Widerspruch bleiben. Die Ausstellung hat den Blick geöffnet. Bleibt zu hoffen, dass sie auch Beispiel zur Aufarbeitung von nicht weniger problematischen Persönlichkeiten wie Bismarck, Moltke, Hindenburg, Kaiser Wilhelm usw. gibt. Letztere finden wir auch auf vielen Straßenschildern. Sie aber einfach zu tilgen, beseitigt aber auch die Spuren eines langjährigen Gedenkkultes an diese Personen.
Maxhütte-Haidhof ist bestimmt nicht der einzige Ort, der hier Abwägungsprobleme hat. Generell sollte aber kein Name in der Öffentlichkeit zelebriert werden dürfen, der in irgendeiner Weise mit Kriegstreiberei und Verbrechen in Verbindung gebracht werden kann.

 

Gerhard Würl aus Schwarzhofen

Friday, 26-03-10 11:37

Der Kriegsverbrecher Friedrich Flick darf keine Ehrung mit einem Straßennamen erfahren!

Bürger von Maxhütte-Haidhof und Schwandorf ändert das!

 

Willi Rester aus Maxhütte-Haidhof

Wednesday, 24-03-10 23:17

Strafe verbüßt – Ehrenmann?

Friedrich Flick wurde als Kriegsverbrecher verurteilt und nach seiner vorzeitigen Entlassung wieder mit Besitz und Würden ausgestattet (1952). Damit hat er für den Maxhüttener Stadtrat Günter Hochstetter seine Strafe verbüßt und wieder ein Ehrenmann, den man mit einer Straße ehren kann.

Die Milde gegen Flick kann aber nur eingeordnet werden, wenn man sich vor Augen hält, wie das Adenauerregime gegen politisch Mißliebige vorging.

Als Beispiel sei der in diesem Monat erst verstorbene Jupp Angenfort aus Düsseldorf beschrieben:


*Jupp Angenfort*

Geboren am 9. Januar 1924 in Düsseldorf als Sohn einer
Eisenbahnerfamilie, er hat vier Geschwister.

Schulzeit und Abitur in Düsseldorf, Mitglied der Katholischen Pfadfinder.

Im Sommer 1942 zur Wehrmacht eingezogen und 1943 in sowjetische
Kriegsgefangenschaft geraten. Begegnung mit jüdischen Sowjetsoldaten und
kommunistischen Antifaschisten.

Dezember 1943 Mitglied des Nationalkomitees Freies Deutschland.
Antifaschistische Aufklärung unter deutschen Kriegsgefangenen.

Im März 1949 Rückkehr aus der Gefangenschaft, seit 1950 Mitglied der
Kommunistischen Partei (KPD), der Gewerkschaft Handel Banken
Versicherungen (HBV im DGB) und der Freien Deutschen Jugend (FDJ).

Ab 1951 Mitglied des Landtags von Nordrhein-Westfalen, Wahl zum
Bundesvorsitzenden der FDJ.

26. Juni 1951: Die FDJ wird verboten.

12. März 1953: In Duisburg wird Jupp Angenfort auf offener Straße unter
Bruch der Immunität als Landtagsabgeordneter festgenommen und "dringend verdächtig": "Ein bestimmtes hochverräterisches Unternehmen gegen die verfassungsmäßige Ordnung (§ 80 Abs. 1 Nr. 1) vorbereitet zu haben;

3. März 1954: In der "Süddeutschen Zeitung" heißt es: Die Anklagepunkte
sind rasch aufgezählt; es sind im wesentlichen zwei: erstens Agitation
gegen die ,Remilitarisierung' (...) zweitens Werbung für die
Wiedervereinigung Deutschlands."

Am 4. Juni 1955 wird er wegen "Vorbereitung eines hochverräterischen
Unternehmens" und "Vergehens der Zersetzung" zu fünf Jahren Zuchthaus
verurteilt.

1955/56: In den Haushaltsdebatten des Bundestages erklärt der
parlamentarische Geschäftsführer Dr. Menzel (SPD): "Ist dieses Strafmaß
überhaupt haltbar? Vergleicht man dieses harte Urteil mit den milden
Urteilen gegen Kopfjäger aus den hitlerschen KZ's, gegen viehische
Mörder, die nachträglich noch begnadigt wurden, dann ist man empört
darüber, dass Menschen vor dem Richterstuhl so verschieden behandelt
werden. Wir sind in Westdeutschland wieder so weit, dass alle Gegner des
Bundeskanzlers als Bolschewisten oder des Hochverrats angeklagt
werden."

August 1956: Die KPD wird auf Antrag der CDU-Regierung vom
Bundesverfassungsgericht verboten.

April 1957: Entlassung Jupp Angenforts aus dem Zuchthaus Münster.

1957 bis 1962: Mitglied des Politbüros der verbotenen KPD. Untergetaucht.

18. September 1961: Musterurteil des Bundesgerichtshofes gegen linke
Vereinigungen mit folgender Definition der kommunistischen Ersatzorganisation. Über 10.000 Bundesbürgerinnen und Bundesbürger werden von 1951 bis 1968 wegen angeblicher Verstöße gegen das FDJ- oder KPD-Verbot ins Gefängnis gesperrt.

28. Februar 1962: Wieder verhaftet. Verbüßung der Reststrafe und neue
Untersuchungshaft.

4. April 1962: Flucht aus der Haft in München-Stadelheim.

29. November 1962: Verbotsprozeß gegen die Vereinigung der Verfolgten
des Naziregimes (VVN).

Dezember 1968: Rückkehr nach Düsseldorf. Mitarbeit in der Deutschen
Kommunistischen Partei.

21. März 1969: Verhaftung. Beginn der Aktion der DKP, der SDAJ und der
VVN: "Jagt die braunen Richter fort -- Freiheit für Jupp Angenfort."

23. April 1969: Freilassung aus dem Zuchthaus Remscheid-Lüttringhausen.

Von 1969 bis 1989 Mitglied des Präsidiums der DKP, Leiter der
Abteilungen für Bundes-, Landes- und Kommunalpolitik des
DKP-Parteivorstandes.

Ab 1988:Landesvorsitzender der Vereinigung der Verfolgten des
Naziregimes / Bund der Antifaschisten in Nordrhein-Westfalen. Mitglied
der Leitung der VVN-BdA auf Bundesebene.

Ab 2002: Landessprecher der VVN-BdA in Nordrhein-Westfalen.

Ab 2008 Ehrenvorsitzender der VVN-BdA NRW.


Am Samstag, dem 13. März 2010 um 2 Uhr morgens ist Jupp Angenfort in
Düsseldorf verstorben.