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Ein Mitbürger

Monday, 15-03-10 15:42

Erst dachte ich mir, was soll das schon wieder? Permanent dieses Nazi-Zeug. Gibt es keine relevanteren Themen? Dann bin ich eher zufällig in diese Ausstellung gestolpert und muss sagen, dass das schon in Ordnung geht. In meiner Familie kannte diese Geschichte niemand. Sie wurde von den Vorfahren offensichtlich nie weitererzählt. Warum eigentlich nicht? Hierfür gibt es vielleicht viele Erklärungen. Es gibt aber keine Erklärung für uns heute, die Augen davor zu verschließen. Mich würde sehr interessieren, ob die Städträte und Bürgermeister sich diese Ausstellung in Ruhe angesehen haben, oder ob dann doch wieder die oberpfälzer Trotzigkeit überhandt gewinnt und man lieber? Auch wenn es nervt, es muss sein!

 

Bianca Ludewig

Sunday, 14-03-10 23:30

Für mich war die Arbeit an der Ausstellung sehr aufschlussreich. Mir war das Ausmaß der Zwangsarbeit vorher nicht so bewusst gewesen. Die Ausstellung hat mir auch noch mal die spezielle Situation Polens bewusst gemacht und mich erneut daran erinnert, wie wichtig die deutsch-polnische Zusammenarbeit ist.
Interessant war auch das Thema Flick: zu verfolgen, wie Flicks Geld weiterarbeitet. Denn Friedrich Flick ist zwar tot, aber sein vererbtes Vermögen "arbeitet" immer noch in der Gegenwart durch seine Erben und wird auch in Zukunft Entscheidungen beeinflussen. Die Flick-Collection ist dabei ein vorläufiger Höhe- bzw Tiefpunkt, für den die Berliner Steuerzahler - in alter Tradition - noch lange werden zahlen dürfen.

Ich hoffe, dass möglichst viele aus dem Städtedreieck die Gelegenheit nutzen, um sich generationsübergreifend die Ausstellung anzusehen. Vielleicht regen die lokalen Einzelschicksale dazu an, in der Familie über die NS-Zeit zu reden. Denn ich glaube, dass die meisten von uns zu wenig über ihre eigene Familiengeschichte wissen. Aus Scham werden Fragen überhört oder vergangene Ereignisse verfälscht, es wird kaum darüber gesprochen. Aber das Verschwiegene nimmt sich im Familiengedächtnis und unseren individuellen Lebensgeschichten seinen Raum, was vermieden werden sollte.

 

Maija Burkhardt

Sunday, 14-03-10 10:36

Zu keiner Zeit waren Alle böse oder gut und in jeder persönlichen Erinnerung gibt es Phasen, die einen rückblickend nicht so glänzend dastehen lassen. Aber darf man deswegen diese "schlechten Zeiten" ignorieren und jedes Nachfragen im Keim ersticken?
Ich hoffe, daß die Ausstellung die Besucher anregt, sich offen mit Vergangenem auseinanderzusetzen - nicht nur im weltgeschichtlichen, sondern gerade auch im persönlichen, familiären Rahmen. Wie gut paßt da "Das weiße Band"!
Am meisten bewegt hat mich bei der Ausstellung das Foto eines 7-jährigen polnischen Buben, der zur Arbeit gezwungen wurde. Wie gehen derart traumatisierte Kinder mit dieser Vergangenheit um und wer hilft ihnen dabei?

 

chris humbs

Sunday, 14-03-10 10:07

Liebe Interessierte,
hiermit wird das Gästebuch eröffnet. Ich bin sehr gespannt, welche Wortmeldungen es geben wird. Egal ob herbe Kritik oder großes Lob, alles ist willkommen. Besonders freue ich mich über Einträge, die eine Perspektive aufzeigen. Wie weiter mit der Erinnerungskultur im Städtedreieck? Dies ist wohl zurzeit die spannendste Frage. Deswegen wollen wir hierzu auch am 18.3.2010 um 19.00 Uhr in der Hüttenschänke in Maxhütte-Haidhof mit Bürgermeistern, Stadträten und "ganz normalen" Bürgern aus der Region über diese Frage diskutieren. Knapp drei Wochen nach der Ausstellungseröffnung sollte eine gute Basis vorhanden sein, unaufgeregt über das "wie weiter" zu streiten.
Ich freu mich sehr über eine lebhafte Diskussion - in der Hüttenschänke und auch hier, in unserem Gästebuch, das für alle offen ist. Auch für die, die nur anonymisiert etwas sagen wollen. Der Administrator behält sich jedoch vor, alle groben "Entgleisungen" nicht zu veröffentlichen.

Beste Grüße
CH

 

Helga Seidemann aus Maxhütte-Haidhof

Saturday, 13-03-10 09:48

Die Ausstellung geht mir nicht mehr aus dem Kopf. Ich bin traurig,dass es derartige Verbrechen bei uns hier gab. Wir Nachkommen können das nicht wirklich wieder gutmachen.Wir können nur auf Aussöhnung und Freundschaft hoffen. Wir sollten das ganze Geschehen aber immer wieder an junge Menschen weitergeben, damit etwas derart Schreckliches nie mehr passiert.
Nie wieder Krieg! Helga