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Grußwort des polnischen Botschafters Dr. Jerzy Marganski zur Ausstellung „Gröditz unterm Hakenkreuz – NS-Zwangsarbeit im ländlichen Raum“

Der polnische Botschafter Dr. Jerzy Marganski

Es gibt wohl kein Ereignis in unserer Geschichte, das tiefere Spuren hinterlassen hätte als der Zweite Weltkrieg. Der Naziterror hat nicht nur den industriellen Völkermord an den Juden und anderen Minderheiten mit sich gebracht, sondern für Millionen von Opfern auch Sklavenund Zwangsarbeit. Von den insgesamt rund 13 Millionen Menschen, die während des Krieges zur Arbeit nach Deutschland verschleppt wurden, waren allein etwa 2,8 Millionen Polen, die nach dem deutschen Überfall im September 1939 auf den Feldern und in den Rüstungsfabriken die deutsche Kriegswirtschaft aufrechterhielten. Die Überlebenden warteten bis in die 90er Jahre, ehe sie eine symbolische Kompensation für ihre Leiden erhielten.

Die Erinnerung daran muss wach gehalten werden. Noch können die Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter von einst den jungen Generationen unmittelbar klar machen, dass Verbrechen gegen die Menschlichkeit niemals vergessen werden dürfen. Auch aktuelle Diskussionen zeigen immer wieder, wie schwierig es sein kann, Ursache und Wirkung nicht zu verwechseln und den alten Wunden keine neuen hinzuzufügen. Die Ausstellung „Unsere Geschichte: Zwangsarbeit‟ hilft dabei, einen sensiblen Umgang miteinander zu finden.

Die Europäische Union wird erst dann zu einer europäischen Gesellschaft werden können, wenn dieser bewusste Umgang mit der Geschichte als ihr Fundament allgemein anerkannt wird. Die Zukunft können wir nur gemeinsam meistern, wenn wir aus der Vergangenheit lernen. Dies schließt überall die Bereitschaft ein, die Wahrheit auszusprechen und zu akzeptieren.

Die Projektgruppe „Zwangsarbeit‟ e. V., die das Seminar- und Ausstellungsprojekt „Unsere Geschichte/nasza historia – Zwangsarbeit/praca przymusowa‟ initiiert hat, leistet mit ihrer Arbeit einen wichtigen Beitrag dazu, dass Deutsche und Polen gegenseitiges Verständnis füreinander entwickeln. Nur auf der Grundlage des Respekts vor den Opfern des Nationalsozialismus kann ein gemeinsames europäisches Gedächtnis entstehen. Wir wollen hoffen, dass die Ausstellung in Königs Wusterhausen große Resonanz findet und zu einem Erfolg im Sinne eines aufgeklärten, zukunftsorientierten Europas wird.

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